Wir schreiben das Jahr 2011. Im Juni, also Mitten im Sommerloch, lassen die hiesigen Politiker mit zahlreichen Reformen zur Lehrerausbildung von sich Reden.
Hier die Wunschliste: 4 Jahre Ausbildung. Dafür gibt es einen Bachelortitel. Das erste Jahr soll ein Orientierungsjahr sein. Danach 2 Jahre Induktionsphase, wo die Zukünftigen Pädagogen Praxiserfahrung sammeln "dürfen". Ja und dann noch 2 - 3 Jahre "Uni-Bankdrücken" um den Master-Titel (verpflichtend für Alle) zu erhalten. Dieses Modell soll dann für den Universallehrer gelten. Ein Lehrer, der in allen Schulstufen unterrichten kann und darf. Der Master-Titel für alle gilt vom Kindergartenpädagogen bis zum Lehrer in höheren Anstalten.
Nun: Das es so etwas wie einen Universallehrer nicht gibt, sollte jedem einleuchten. Der einzige Einsatz für so einen "Lehrer für alle Stufen" wäre für Vertretungsstunden, also ein Spezialist für Schülerbeaufsichtigung. Ein Pädagogikstundent sollte ein klares Bild von seinem Unterricht haben. Was möchte ich einmal Unterrichten? Die Antwort auf diese Frage beeinflusst dann die Fachdidaktischen und Fachwissenschaftlichen Vorbereitungen auf den Beruf.
Meiner Meinung nach, braucht dieses Land keine Ausbildung zum "Universallehrer" sondern eine universelle Lehramtsprüfung. Eine Prüfung, für alle angehenden Pädagogen. Im Detail: könnte ich mir vorstellen, daß jeder ab ISCED 5B diese Prüfung ablegen kann und jeder, der auch in Österreich unterrichten möchte, muss. Der Bachelor of Education sollte diese Lehramtsprüfung beinhalten und allein nur für diese Prüfung sollten "Aus- und Weiterbildungen" im Gegenwert von 60 ECTS geleistet werden. Mit der Erreichung des Bachelor of Education hat man auch ISCED 5B erreicht. Deshalb muss zuerst die Bachelorarbeit abgegeben werden, und im Anschluss darf man erst zur Lehramstprüfung antreten. Für die bestandene Lehramstprüfung sollte man dann auch den Titel "Diplom Pädagoge, Dipl. Päd." verliehen bekommen. So ist also jeder Bachelor of Education ein Diplom Pädagoge, jedoch aber nicht jeder Diplompädagoge ein Bachelor. Für alle, die kein Lehramtsstudium absolvieren, oder absolviert haben, sollte der Lehrgang mit universitärem Charakter "Lehramstprüfung" (60 ECTS) angeboten werden.
Im Detail: 10 ECTS ➙ Recht und Institutionen, 20 ECTS ➙ Humanwissenschaften (Soziologie, Psychologie, Erziehungswissenschaften, Pädagogik), 20 ECTS ➙ Fachdidaktik und Didaktik, 10 ECTS ➙ Rhetorik und Persönlichkeit.
Unsere Politiker sollte aufhören die Lehrerausbildung in Jahren zu bemessen. Grundsätzlich gilt:
180 ECTS = Bachelor
240 ECTS = Master
mit meinem Vorschlag gäbe es noch eine weitere sehr einfache Rechnung:
ISCED 5B + Lehramtsprüfung = qualifizierter Pädagoge